Landwirtschaftlicher Buchführungsverband Kiel
Agrar- und Ernährungs-
wissenschaftliche Fakultät
der Christian-Albrechts-Universität

Kiel
 

Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

Forschungsprojekt

Landwirtschaft und Vogelschutz (LuV)

auf Eiderstedt

Ein gemeinsames Forschungsvorhaben der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und des Landwirtschaftlichen Buchführungsverbands mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft.

 
Foto:eiderstedt.de

Trauerseeschwalbe

Foto:eiderstedt.de
Im Frühjahr 2003 ermahnte die Europäische Kommission die Landesregierung Schleswig-Holstein zur Einhaltung der EU-Vogelschutzrichtlinie von 1979 und insbesondere zur Ausweisung besonderer Schutzgebiete für vom Aussterben bedrohte Vogelarten. Hiervon konkret betroffen ist u. a. die Halbinsel Eiderstedt (ohne Ortschaften und Ackerköge). Eine stark reglementierte Grünlandbewirtschaftung (z. B. Verbot von Umbruch, Düngung, chemischem Pflanzenschutz sowie Absenken von Wasserständen) soll eine Verschlechterung der Lebensbedingungen einiger bedrohter Vogelarten verhindern und deren Überleben sichern. Die Landwirte befürchten von diesen Eingriffen in ihre Nutzungsrechte - auch bei einer teilweisen Entschädigung - schwerwiegende und dauerhafte Wettbewerbs- und Entwicklungsnachteile. Da die ökonomischen und ökologischen Konsequenzen der Beschränkungen nicht absehbar sind, und da weitere Nutzungsbeschränkungen nicht ausgeschlossen werden können, hat die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein Forschungsprojekt initiiert, an dem die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und der Landwirtschaftliche Buchführungsverband mitwirken. Eine Langzeituntersuchung soll die ökonomischen und ökologischen Folgen für die unter Vogelschutz gestellten Flächen, die Entwicklung (und mögliche Nachteile) der Betriebe und der betroffenen Familien ermitteln. Langfristige einzelbetriebliche Auswirkungen von politischen Maßnahmen lassen sich schwer vorhersagen und im Nachhinein nur unvollkommen erforschen. Daher soll von Beginn an die tatsächliche Entwicklung von Betrieben im Vogelschutzgebiet auf Eiderstedt regelmäßig festgestellt und mit der Entwicklung einer Gruppe von ähnlichen Betrieben, deren Flächen nicht unter Vogelschutz stehen, verglichen werden. Die erste Phase des Vorhabens, die von der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft finanziell gefördert wird, soll die aktuelle Situation festhalten und damit den Ausgangspunkt für die langfristige Untersuchung bilden. Es ist abzusehen, dass die mitwirkenden Betriebe aus Eiderstedt und aus der Vergleichsgruppe von der laufenden Auseinandersetzung mit Fragen ihrer Betriebsentwicklung und von der begleitenden Forschung und Beratung profitieren werden.
Trauerseeschwalbe



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  Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät
Christian-Albrechts-Universität Kiel
21. Februar 2005
  http://www.agric-econ.uni-kiel.de/eiderstedt.html